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Marchegg ist Österreichs "Urzeitkrebs-Hauptstadt": Weltweit wurde hier erstmals ein Schutzgebiet nur für diese seltenen "lebenden Fossilien" geschaffen.
Die Marchauen sind eines der letzten Refugien der hunderte Millionen Jahre alten Krebschen - 10 der 16 österreichischen Arten finden in den Überschwemmungstümpeln noch ideale Lebensbedingungen.
In der Nähe der Stadt befindet sich das etwa 40 Hektar umfassende Vogelschutzgebiet Kleiner Breitensee. Seltene, zum Teil vom Aussterben bedrohte Vogelarten haben hier einen Lebensraum, wo sie noch ungestört brüten können.Der Aubesucher kann hier seltene Vogelarten wie Rot- und Schwarzmilan, den Seeadler oder den Würgfalken beobachten.
Am nördlichen Stadtrand von Marchegg liegt das 1.130 Hektar große Naturschutzgebiet „Untere Marchauen“ des World Wildlife Fund For Nature (WWF). Dieser ist bestrebt, durch ein naturnahes Management dieses europaweit einzigartige Naturjuwel zu erhalten. So ist das Gebiet die Heimat der größten Weißstorch-Kolonie auf Baumhorsten, in dem ab Ende März etwa 50 Paare brüten. Weitere Details: "Storch aktuell"
Die jahrzehntelang versteppten Weiden in den Marchauen waren Grund für ein Projekt, das Alternativen einer naturverträglichen Landwirtschaft aufzeigt. Seit 1995 sind hier „Galloways“ angesiedelt. Die schottischen Hochlandrinder mit dem Zottelfell sorgen für die richtige „Landschaftspflege“: Sie verzehren auch schwer genießbare Pflanzen wie Binsen, Rohrkolben oder Sauergräser. Statt Brennnessel gedeihen nun auf den Wiesen wieder seltene Gras- und Krautarten. Das schafft die Voraussetzung für Brutstätten für Vögel wie Wachtelkönig, Rotschenkel, Bakassine oder Kiebitze. Im kurzen Weidengras ist auch der „Tisch“ für Graureiher, Wildgans, Wiedehopf und Weißstorch reich gedeckt.
Die Schönheit der Landschaft, die in ausgedehnten Ebenen und in den Marchauen einen für ganz Europa einzigartigen Artenreichtum an Tieren und Pflanzen bietet, hat schon viele Menschen aus der ganzen Welt verzaubert. Diese Idylle steht daher im Mittelpunkt von ökologischen Maßnahmen, die eine grenzüberschreitende Erhaltung und Pflege zum Inhalt haben. Der urwüchsige Zustand des Augebietes wird für künftige Generationen erhalten und steht ständig im Mittelpunkt von spektakulären Vorhaben zur neuerlichen Ansiedlung von einst typischen Tieren und Pflanzen. Jeder, der diese Schönheiten erst einmal erlebt und erkannt hat, wird wieder kommen.Marchegg – das ist Liebe auf den zweiten Blick.
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